Wenn sich vieles tut, aber man es nicht sieht. Der Weg zu neuen Möglichkeiten.
Wo soll ich anfangen...
Es ist Ende August 2025. Ich stehe an einem Umbruch: Drei Jahre Mina Art, drei Jahre Fotografie – und jetzt die nächste Etappe.
Zwischen März und Mai diesen Jahres habe ich meinen neuen Businessplan geschrieben, der beschreibt, wie ich Innenarchitektur mit ins Programm aufnehmen möchte. Denn Mina Art e.U. soll wachsen - expandieren, wie man so schön sagt. Fotografie & Innenarchitektur – meine beiden Leidenschaften – sollen unter einem Dach stattfinden.
Warum?
Weil das schon immer mein Fundament war. Ich habe Innenarchitektur und 3D-Gestaltung an der New Design University (NDU) in St. Pölten studiert. Danach war ich 17 Jahre im Fertighausbau. Habe geplant, Kundenofferte gezeichnet, neue Hausserien und Designlinien aus dem Ärmel geschüttelt und Musterhäuser entwickelt, gestaltet, eingerichtet und fotografisch dokumentiert. Das hatte im Februar 2024 aus wirtschaftlichen Gründen ein Ende. Nach der Kündigung fokussierte ich mich auf die Fotografie, hab zwischenzeitlich in einer Sanierungsfirma gearbeitet, und vor allem mich neuorientiert. Im Februar 2025 wurde dann immer klarer: Ich will nicht zurück in „irgendwas“, sondern das, was ich kann und liebe, in Eigenregie auf die Beine stellen.
Es wird Zeit auf den Putz zu hauen und mich in vollem Maße auszutoben. Nach gefühlten 10.000 Grundrissen, kann ich wohl behaupten, ich weiß, was ich tue - und von der Erfahrung
können andere profitieren.
Der Weg dahin?
Der Weg ist bekanntlich etwas steinig - nicht wegen der Idee, sondern wegen der Bürokratie. Nachdem ich mit meinem Businessplan fertig war, kam ich über Umwege mit einem Unternehmensgründungsprogramm in Kontakt. Dort wurde mein Konzept geprüft, besprochen, Schritte und Kurse in die Wege geleitet. Und dazwischen: Wochen, in denen nichts passierte. Motiviert vom Businessplanschreiben – selbst überzeugt und gepusht – fühlte sich dieses Warten an wie eine künstliche Handbremse.
Doch manchmal bringt genau dieser "Stillstand" etwas in Bewegung – auch Unerwartetes.
Eines Abends - ich glaube, es war Ende Mai - habe ich ein neues Word Dokument aufgemacht und angefangen zu schreiben. Irgendetwas, eigentlich beiläufig - und auf einmal paddelte Elena durch norwegische Fjorde, während ich eigentlich nur auf meinen nächsten Termin wartete.
Zwei Wochen später: nächste Besprechung - super: ich wurde in das Programm aufgenommen. Dann folgten Kursanmeldungen, Bewilligungen. Warten. Gefolgt von Prüfung meiner Zeugnisse, Dienstzeugnisse und Lebenslauf seitens der Fachgruppe für Ingenieure (und Innenarchitekten). Es folgte eine Stellungnahme zu meinen Erfahrungen. Mit diesem Bescheid konnte ich weiter machen. Kostenvoranschlag für den Befähigungsnachweis, inkl. Prüfung anfordern. Alles etwas umständlich, aber es läuft.
UND ich schrieb weiter... Aus den ersten 20 Seiten wurden mehr - viel mehr. Wo der Norden mich fand (Arbeitstitel) – eine Geschichte, die mich lachen, weinen und nächtelang wach bleiben ließ. Ich hatte einen Lauf, könnte man sagen. Es quoll nur so aus mir heraus - war komplett im Film. Wenn Bücher schreiben einen so mitnimmt, dann könnte ich mich daran gewöhnen. Wahnsinn - irgendwie witzig.
Status Quo
Es ist Ende August 2025. Was hat sich getan?
1. Anfang September starten meine Vertriebs- und Marketingkurse.
2. Das Entscheidendste: Anmeldebestätigung des Vorbereitungskurses für die Befähigungsprüfung ging ein. Wenn ich die zweiteilige Prüfung im Herbst bestehe, kann ich offiziell als Innenarchitektin selbstständig arbeiten – der wichtigste Schritt für die Expansion von Mina Art.
3. Mein Manuskript ist fertig. Noch nicht lektoriert, aber abgeschlossen. Ich hab auch ein paar Testleser gefunden - DANKE EUCH! Es war mir wichtig, dass ich die Story vor all den Kursen und dem Lernen im Herbst fertig bekomme.
4. Tolles Add-on: Ich wurde zur Verleihung des Landespreises der niederösterreichischen Berufsfotografen eingeladen. Ich weiß noch keine Details - ob ein oder mehrere Fotos prämiert wurden. (Hatte im Frühjahr neun Fotos eingereicht) Ich bin gespannt... und stolz darauf, ein Erfolgserlebnis verbuchen zu können. "Ich soll mich auch mal feiern lassen" - hab ich erst vorgestern gehört.
Die Zeit nutzen - Standzeiten produktiv nutzen.
Die Geschichte von Elena und Vidar hat mich, neben einigen Fototerminen, im Sommer vollkommen eingenommen. Ich war richtig produktiv und die Geschichte hat eine Dynamik entwickelt - faszinierend. Habe Sonnenuntergänge und - aufgänge erlebt. War um 05:00 Früh laufen, um den Kopf freizubekommen. Musste mitten in der Nacht Whisky trinken, dieselbe Playlist gefühlt hunderte Male in Dauerschleife hören. Kurz: ich bin reingekippt - war drinnen. Am Ende wurden es 50 Kapitel - witzige, spannende, emotionale und körperliche Erlebnisse in norwegischer, iranischen und österreichischen Wildnis. Zwischen Birken, Dornenbüsche, Schnaps und Auftragskillern die vermeintlich auf "Vogelbeobachtung" gehen.
Was passiert als Nächstes.
1. Kurse absolvieren.
2. Meinen Landespreis abholen.
3. Verlag und Lektoren suchen.
4. Fotografieren
5. Expandieren - nachdem alle bürokratischen Faktoren abgehakt werden können.
6. Und dann: springen - "scheiß drauf", wie Elena sagen würde - Let's go...!
Fazit: Der Weg zum eigenen Weg.
Bei mir dreht sich gerade alles nur darum, alles unter einen Hut zu bekommen – selbstbestimmt in die Zukunft blicken zu können. Massives Kopfkino eingeschlossen: Zweifel. Motivation. Ideen. Freude. Angst. Euphorie. Hilflosigkeit. Alles auf einmal. Geht sich alles aus? Macht das alles überhaupt Sinn? Was ist, wenn ich es nicht schaffe. Was ist, wenn ich scheitere? Was ist, wenn alles gut geht. Was mach ich, wenn mir die Leute die Tür einrennen – oder wenn sie mich gar nicht bemerken? Was ist, wenn aus dem Stillstand ein Bestseller entstanden ist.
…Da fällt mir während dem Schreiben gerade die Parallele zu Elena auf, meiner Figur aus Wo der Norden mich fand. Hab ich es instinktiv oder intuitiv so geschrieben, oder musste ich mich selbst „therapieren“? Jedenfalls: Sie springt ins kalte Wasser – wortwörtlich – und sieht einfach, was passiert. Vielleicht ist genau das der Punkt: Man muss springen, gerade dann, wenn es einem am meisten Angst macht. Denn sonst fragt man sich irgendwann: Hätt ich doch. Warum hab ich nicht?
Es kann schiefgehen, es kann alles anders kommen, womöglich - wahrscheinlich sogar besser. Aber in der Komfortzone passiert keine Magic. Ob beim Fotografieren, wo jeder Auftrag eine neue Geschichte schreibt. Oder in der Innenarchitektur, wo aus einer Skizze Schritt für Schritt ein Raum entsteht, der Menschen prägt. Genau dort liegt die eigentliche Kraft – dass etwas Neues, Eigenes, Echtes entsteht.
Manchmal beginnt der eigene Weg genau dort, wo man zittert – und trotzdem losgeht.



